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Medizinisches Versorgungszemtrum Dres. Raulin und Kollegen

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Foto von der klassischen Dermatologie

FAQ

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Behandeln Sie auch in der heutigen Zeit der Budgetierung und Reglementierungen noch Feuermale und Blutschwämmchen (Hämangiome)?

Ja, wir behandeln weiterhin sowohl Feuermale von Erwachsenen und Säuglingen als auch kindliche Blutschwämmchen bei gesetzlich und privat versicherten Patienten. Dies führen wir durch sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht bzw. solange durch die Laserbehandlungen ein positiver Effekt erkennbar ist.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Laserbehandlung eines Feuermals?

Wir behandeln Feuermale häufig bereits in den ersten Lebenstagen oder Lebensmonaten bis zu einem Alter von 6 Monaten. Da die Säuglinge etwa ab diesem Alter bewusster das Geschehen (Stillhalten, Luftkühlung,...) erleben, haben wir die Erfahrung gemacht, dass eine Behandlungspause bis zum 6.-8. Lebensjahr sinnvoll ist. Dann tolerieren die Kinder die Behandlung in der Regel wieder gut. Im Kindesalter führen wir die Therapie auch nur dann durch, wenn die Kinder dies wünschen und auch die Behandlung mitmachen. Die Kinder sollen selbst entscheiden und nicht die Eltern. 

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Welche Lasertypen setzen Sie zur Behandlung der Feuermale ein?

Wir behandeln Feuermale in erster Linie mit dem gepulsten Farbstofflaser. Allerdings setzen wir für besondere Fälle auch den gepulsten Alexandritlaser und den gepulsten Nd:Yag-Laser ein. Der gepulste Alexandritlaser und der gepulste Nd:Yag-Laser dringen tiefer als der gepulste Farbstofflaser in die Hautschichten ein, sodass dies 2 Lasertypen besonders bei dickeren und dunkleren Feuermalen ihre Vorteile haben

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Können Feuermale, obwohl Sie erfolgreich durch Laser behandelt wurden, nach Jahren wieder auftreten? Was kann man in einem solchen Fall tun?

Ja, das ist leider so. Es ist auch nicht mit Sicherheit zu prognostizieren, wie die Laserbehandlung auf ein bestimmtes Feuermal anspricht. Auch kann es leider wieder nach Jahren zu einer Nachdunklung trotz anfangs erfolgreicher Entfernung kommen. Man spricht in diesem Fall von Rezidiven. 

Dies wurde u.a. von Huikeshoven et al. (Port-Wine Stains 10 Years after Puls-Dye-Laser-Treatment. N Engl J Med 2007; 356:1235-40 sowie Aktuelle Dermatologie 2008;34) und Landthaler/Hohenleutner (Lasertherapie in der Dermatologie. Springer Medizin Verlag 2006;43-52) berichtet. 

Dieser Umstand ist sicher etwas unbefriedigend, man kann aber leider zum Bedauern für alle Beteiligten daran nichts ändern. Die Rezidive können dann aber ohne Probleme auch wieder gelasert werden.

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Wie sind die Begleitreaktionen einer Feuermalbehandlung?

Nach einer Behandlung der Feuermale mit dem gepulsten Farbstofflaser entsteht in der Regel eine Blauverfärbung (= Hämatome) des Feuermals für 1-2 Wochen. Außerdem kann es zu leichten Schwellungen kommen. Diesen kann durch gutes Kühlen nach der Therapie entgegen gewirkt werden. Krusten treten bei den von uns eingesetzten Parametern äußerst selten auf. Sie sind allerdings möglich und kein Grund zur Beunruhigung.

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Was sollte vor einer Feuermaltherapie beachtet werden?

Vor der Behandlung ist es wichtig, dass die Haut ungebräunt, d.h. möglichst blass ist, da der Laser zwischen Hautbräune und roter Färbung des Feuermals nicht gut unterscheiden kann und dann das Risiko für Krusten oder Pigmentverschiebungen erhöht ist. Wir wollen das Risiko für unsere Patienten so niedrig wie nur irgend möglich halten.

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Was sollte nach einer Feuermalbehandlung beachtet werden?

Nach der Therapie sollte für 10-15 Minuten mit einem Coolpack (Kühlbeutel) gekühlt werden, um stärkere Schwellungen zu vermindern. In den ersten 3 Tagen nach der Behandlung sollten z.B. Sauna oder starke körperliche Anstrengung vermieden werden. Sonst können sich manche Blutgefäße, die durch den Laser verschlossen wurden, wieder öffnen und der Behandlungserfolg ist gefährdet. Sie sollten darüber hinaus starke Sonnenexposition für mindestens 2-3 Wochen meiden. 

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Wann und welche frühkindlichen Hämangiome sollten behandelt werden?

Generell sollten unserer Meinung nach alle oberflächlichen, initialen (= im Entstehen begriffenen) Blutschwämmchen so früh es geht behandelt werden, d.h. bereits in den ersten Lebenstagen oder Lebenswochen, wenn die Hämangiome gerade erst entstehen und sichtbar werden. Hier gilt das Motto: Je früher die Lasertherapie beginnt, desto größer ist auch die Aussicht auf Erfolg. Meistens fallen die Blutschwämme, die in aller Regel noch nicht bei der Geburt vorhanden sind, erfahrenen Kinderärzten oder vielfach auch aufmerksamen Hebammen während der Routinevorsorgeuntersuchungen auf. 

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Wie entstehen Säuglingshämangiome?

Es gibt bislang leider noch keine wissenschaftlichen Erklärungen, warum diese Blutschwämme auftreten bzw. warum sie sich ohne ersichtlichen Grund vergrößern. Verwechselt werden Hämangiome vielfach mit dem Granuloma pyogenicum (= Granuloma teleangiektaticum), das ähnlich aussieht, aber meist nach kleineren Verletzungen und auch erst im späteren Lebensaltern auftritt.

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Welche Möglichkeiten der Hämangiombehandlung gibt es?

Bei flachen Blutschwämmchen ist der Farbstofflaser meist die beste Behandlungsmethode. Dickere, aber dennoch oberflächlich gelegene Hämangiome, können mit Kältetherapie (=Vereisung = Kontaktkryotherapie) therapiert werden. In Einzelfällen, wenn die Blutschwämmchen sehr groß und tief unter der Haut gelegen sind, wird eine Therapie mit einem Nd:YAG-Laser notwendig. Hierbei wird mit einer Sonde, die unter die Haut eingeführt wird, gelasert. Dies wird bei frühzeitiger Therapie jedoch sehr selten nötig und wird nur in speziellen Zentren (z.B. Olgahospital Stuttgart, Universitäts-Hautklinik Münster) durchgeführt. Sofern das Hämangiom sowohl für eine Farbstofflaserbehandlung als auch für eine Kontaktkryotherapie zu weit fortgeschritten ist, bleibt in vielen Fällen immer noch die Möglichkeit einer systemischen (d.h. innerlichen) Behandlung durch das Präparat Propranolol.

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Warum können nicht alle Blutschwämmchen mit dem Farbstofflaser behandelt werden?

Der Farbstofflaser hat nur eine Eindringtiefe von max. 1,5 mm. Sind die Blutschwämmchen dicker, kommt nicht genügend Laserenergie in der Tiefe an, um einen Wachstumsstillstand oder eine Rückbildung zu erreichen. Bei mitteldicken Hämangiomen setzen wir die Kryokontakttherapie ein. Bei sehr tiefen Hämangiomen bleibt, insbesondere für besonders risikobehaftete Regionen nur die interstitielle Nd:YAG-Lasertherapie. Diese wird z.B. bei unserem Kooperationspartnern Prof. Dr. Steffan Loff M.Sc. im Olgahospital oder an der Universitätshautklinik Münster von Herrn Oberarzt Dr. Dirk Pappai im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes durchgeführt.

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Wird die Farbstofflaserbehandlung oder die Kryotherapie von Hämangiomen in Narkose durchgeführt?

Dies ist aufgrund der relativ schmerzarmen und nur wenige Sekunden dauernden Behandlung nicht nötig. Die Kinder in diesem Alter vergessen die Begleitreaktionen recht schnell. 

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Welche Schmerzen bereitet die Hämangiombehandlung den Säuglingen?

Bei der Kryotherapie, der Vereisung, spürt das Kind in den wenigen Sekunden der Vereisung (5-10 Sekunden) ein Brennen und ein Kältegefühl. Das Brennen kann nach der Behandlung noch etwas anhalten. Die Laserbehandlung ist wegen der angewendeten Luftkühlung noch weniger schmerzhaft. Das Kind fühlt lediglich ein leichtes, oberflächliches Prickeln auf der Haut. Die Eltern berichten in der Regel, dass die Therapie für die Kinder weniger schlimm und anstrengend sei, als eine Impfung.

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Was ist das Ziel bei der Behandlung von Hämangiomen?

Zunächst ist das primäre Ziel der Behandlung, einen Wachstumsstillstand zu erreichen. Sollte sich das Blutschwämmchen durch die Behandlung sogar vollständig zurückbilden, werten wir dies als positiven Begleiteffekt. Ist der Wachstumsstillstand eingetreten wird die Selbstheilung des Körpers abgewartet, denn etwa 80% der Hämangiome bilden sich danach über einen Zeitraum von mehreren Jahren von allein zurück.

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Wie lange dauert es, bis sich die Hämangiome zurückgebildet haben?

Dies kann 2-12 Jahre dauern. Der Zeitraum ist leider nicht prognostizierbar.

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Was ist, wenn das Hämangiom doch nicht bis zum 12. Lebensjahr abheilt?

In der Regel ist das Hämangiom dann zumindest flacher, und die Reste können meist gut mit dem Laser behandelt werden. Selten ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig.

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Warum sollten Hämangiome überhaupt behandelt werden, wenn sie sich ohnehin zu 80% von allein zurückbilden?

Je größer bzw. dicker ein Hämangiom ist, umso schwieriger wird die Therapie. Sehr große und dicke Blutschwämmchen können aufgrund der Lokalisation im Verlauf zu Problemen führen (z. B. eingeschränktes Sehen im Augenbereich, Narben, längerfristige stationäre Klinikaufenthalte) und können durch frühe Behandlung häufig vermieden werden. Immerhin bilden sich etwa 20% der Hämangiome eben leider nicht zurück. Wir können Sie nur in Ihrer Entscheidung durch unsere Erfahrung unterstützen, die Entscheidung müssen aber letztendlich Sie persönlich, stellvertretend für Ihr Kind, treffen.

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Weshalb ist es nicht sinnvoll eine Schablone zur Größenmessung des Hämangioms zu verwenden?

Säuglinge wachsen gerade in den ersten Lebensmonaten sehr. Wie auch Muttermale oder Narben, so wachsen auch Hämangiome proportional mit. Das Wachstum wird erst problematisch, wenn ein übermäßige Flächen- oder Größenwachstum auftritt. Sinnvoll ist eine dagegen eine sorgfältige Fotodokumentation.